Pressemitteilung SINFONÍA TRÓPICO

Pressemitteilung SINFONÍA TRÓPICO

05 December 2014
Elizabeth Gallón Droste

Auftakt und musikalische Premiere SINFONÍA TRÓPICO

Am 20. November wurde mit einem Konzert und einer Videoshow der offizielle Beginn der SINFONÍA TRÓPICO in Apartadó, (Urabá, Kolumbien) gefeiert. Von diesem Zeitpunkt an wird die SINFONÍA TRÓPICO für ein Jahr durch Kolumbien reisen, von Urabá über Orinoquia und die Amazonas Region, über die Páramos und den Chocó in die urbanen Zentren von Medellín und Bogotá. Dabei werden internationale und nationale Künstler und Partner der SINFONÍA mit Jugendlichen vor Ort Musik machen, Theater spielen, die Natur erkunden und über die Zukunft, Nachhaltigkeit und den Erhalt der natürlichen und kulturellen Vielfalt reflektieren. Im Zentrum der SINFONÍA TRÓPICO stehen dabei Regionen des Landes, die -vom Krieg gezeichnet und lange unzugänglich- sich einem großem Transformationsdruck ausgesetzt sehen. Regionen, wo die Agrarindustrie, Bergbau- und Ölfirmen einen schnell steigenden Druck auf die natürlichen Ressourcen und das kulturelle Zusammenleben ausüben. SINFONÍA TRÓPICO als interdisziplinäre Kunst-, Kommunikations- und Umweltprojekt, bringt dabei lokale und internationale Künstler, Wissenschaftler und Umweltexperten zusammen, und schafft Raum für einen nationalen Diskurs zur Ressourcennutzung in Kolumbien.

Dr. Charlotte Streck, Gründerin und Geschäftsführerin der internationalen Umweltberatungsfirma Climate Focus, und der international renommierte Videokünstler Lillevan wurden über die Zusammenarbeit mit dem Goethe Institut zu der Idee der SINFONÍA TRÓPICO inspiriert. Durch die Zusammenarbeit von Umweltexperten und Künstlern hoffen sie, größere Bevölkerungsschichten zu erreichen, als dies über die üblichen Kommunikationsweg möglich wäre. Zu ihrem Team gehören, kolumbianische und internationale Experten aus verschiedenen Disziplinen, u.a. der kolumbianische Klimaexperte Juan Pablo Castro, der Theatermacher Christoph Schletz, die spanische Kuratorin Caridad Botella. SINFONÍA TRÓPICO wird in Kolumbien auch durch zahlreiche Partnerorganisationen unterstützt, so z.B. das renommierte Humboldt-Institut, Fundación Natura, Más Arte Más Acción, FLORA ars&natura, um nur einige wenige zu nennen. Im Beirat des Projektes sind der kolumbianischen Botschafters Juan Mayr Maldonado, einem Pionier der Umweltpolitik und bis 2002 Umweltminister Kolumbiens, der Deutsche Botschafter in Kolumbien Günther Knieß, Brigitte L.G. Baptiste, Direktorin des Humboldt Instituts in Kolumbien, José Roca, Kurator, Manuel Rodríguez Becerra, erster Umweltminister Kolumbiens und der Umweltexperte Gustavo Wilches-Chaux im Beirat des Projektes vertreten. Das Projekt wird großzügig von der Bundesregierung, der Regierung des Region Antioquia (Kolumbien) und privaten Spendern unterstützt.

Bei SINFONÍA TRÓPICO geht es um einen Dialog über unsere ökologischen, kulturellen und sozio-ökonomischen Zukunft und damit um die Verknüpfung der drei Themenfelder: Mensch und Natur, Kunst und Wissenschaft, Stadt und Land. Mit dem Verlust der biologischen Vielfalt, den Risiken durch Entwaldung und Klimawandel, welche jede Region Kolumbiens beeinflussen, ist es wichtig, das Bewusstsein zu schärfen.

Die Bedrohung der Natur dient als inspirative Quelle für Performances, Konzerte, Workshops, Ausstellungen und Diskussionsveranstaltungen an verschiedenen Austragungsorten in Kolumbien. Künstler werden mit den verschiedenen Aspekten des fortschreitenden Verlustes der natürlichen Ökosysteme konfrontiert und setzen sich mit dem Problem kreativ auseinander. Wissenschaftler stellen die verschiedenen Umweltprobleme, wie den Verlust von genetischer Vielfalt und wichtiger Ökosysteme, in ihrer Kausalität und ihren Auswirkungen, dar, während Umweltaktivisten und Experten die sozio-ökonomischen und politischen Zusammenhänge diskutieren. Gemeinsam rufen Künstler und Experten zur gesellschaftlichen Debatte auf.

SINFONÍA TRÓPICO ist am 20 November 2014 in Apartadó, Kolumbien im Rahmen der internationalen Artenschutzkonferenz, die am 21. und 22. November in Apartadó (Urabá, Antiqua) stattgefunden hat, gestartet. Diese erste Etappe von SINFONÍA TRÓPICO hat mit einem Konzert wo der kolumbianische Musiker Miguel Navas, gemeinsam mit Carolina Riaño, dem deutschen Musiker und visuellen Künstler Robert Lippok und Carlos Maco, Percussion, und Video von Zaji Chalem, begonnen.

Von Apartadó aus hat eine Gruppe von kolumbianischen und internationalen Künstlern und Wissenschaftlern eine 8-tägige Expedition in die Urabá/Chocó-Region gestartet. Die Expedition war die erste Begegnung von Kunst und Wissenschaft und setzt verschiedene kommunikative und künstlerische Projektaktivitäten in Gang. Eindrücke wurden gesammelt, aufgenommen, notiert und die ersten Aktivitäten mit der lokalen Bevölkerung wurden umgesetzt.

Im Januar, März, Mai und August 2015 finden verschiedene Workshops und Performances in den Fokusregionen des Projektes statt (Urabá, Chocó, Orinoco, Páramos und Amazonas), welche auf Grund ihrer ökologischen und ökonomischen Grundvoraussetzungen ausgewählt wurden. Die Entwaldungs- und Zerstörungstreiber sind unterschiedlich, in allen vier Regionen stellen sie andere Aspekte des Problems des Artenverlustes, der explorativen Rohstoffindustrie und landfressender Landwirtschaft dar. In den Regionen wird das Projekt eng mit dem Friedensprozess koordiniert und steuert zur Integration und dem positiven Erleben von marginalisierten Gemeinden bei. Mit Workshops und Bildungsprojekten schafft SINFONÍA TRÓPICO Räume des Erlebens, der Auseinandersetzung und des Dialoges. Durch die dezentrale Organisation des Projektes wird die Landbevölkerung ebenso in das Projekt einbezogen wie die Bewohner großer Städte.

Eine Synthese der Arbeit von SINFONÍA TRÓPICO wird in einem Festival im Herbst 2015, welches aus einer Konzerttour und Wanderausstellung in den Schwerpunktregionen, sowie Konzerten, einer größeren Ausstellung, wissenschaftlichen Veranstaltungen, verschiedenen Installationen und Performances in Bogotá und Medellín sichtbar und spürbar sein. Es speist sich thematisch aus den Materialien und Veranstaltungen des vorausgegangenen Jahres.

SINFONÍA TRÓPICO ist möglich dank der Unterstützung und Zusammenarbeit: BMZ, BMUB, GIZ, Climate Focus, Instituto de Investigación de Recursos Biológicos Alexander von Humboldt, Goethe Institute, Fundación Mi Sangre, Gobernación de Antioquia, Más Arte Más Acción, Tropenbos International Colombia, Instituto Sinchi, Colectivo Atempo, Jardín Botánico José Celestino Mutis, CRAZY4CULTURE, Fundación Natura, FLORA ars+natura.